ACTEnglish version
News | 19.10.2015
Vanadium-Redox-Flow

Großspeicher in Betrieb genommen

Im Projekt Smart Power Flow kommt die erste Vanadium-Redox-Flow-Batterie, der soge-nannte CellCube FB200-400 DC von Gildemeister energy solutions, im süddeutschen Raum zum Einsatz. Bei dieser speziellen Technologie speichert die Batterie die elektrische Energie in Form von flüssigen Elektrolyten.
© LEW
Ortsspeicher in Betrieb genommen (v. l.): Johannes Ruf, 1. Bürgermeister Markt Tussenhausen, Volker Wachenfeld, Senior Vice President der SMA Solar Technology, Dr. Markus Litpher, LEW-Vorstandsmitglied, Franz Josef Pschierer, Staatssekretär im Bayerischen Wirtschaftsministerium, Philip Hiersemenzel, Pressesprecher der Younicos, Dr. Claus Beneking, Geschäftsführer der Reiner Lemoine Institut.
© LEW / Ruth Plössel

Im Projekt Smart Power Flow erproben Wissenschaftler den Einsatz einer großen Vanadium-Redox-Flow-Batterie in einem lokalen Niederspannungsnetz. Vor kurzem wurde der Ortsspeicher im bayerischen Tussenhausen in Betrieb genommen.

Der Umbau der Energieversorgung in Deutschland hat große Auswirkungen auf die regionalen Stromnetze. Ursprünglich waren die Netze zum Verteilen des Stroms angelegt. Heute sammeln sie in Bayerisch-Schwaben auch immer mehr Strom aus den zahlreichen Photovoltaik-Anlagen ein.
Im lokalen Niederspannungsnetz von LEW Verteilnetz untersuchen Forscher im Projekt Smart Power Flow, wie eine Vanadium-Redox-Flow-Batterie als Großspeicher das Stromnetz entlasten hilft. Der Batteriespeicher soll das regionale Stromnetz unterstützen und entlasten. Er ist der bislang größte Speicher seiner Art in Bayern. An dem Pilotprojekt sind neben der LVN auch das Reiner Lemoine Institut, SMA Solar Technology und der Speicherpionier Younicos beteiligt.

Der neue Ortsspeicher soll den überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien lokal zwischenspeichern und später bei Bedarf wieder ins Ortsnetz abgeben. Der Batteriespeicher soll so einen effizienten, lokalen Ausgleich zwischen Erzeugung und Verbrauch schaffen. Die Wissenschaftler untersuchen, inwiefern ein regionaler Netzausbau durch den Einsatz von Batteriespeichern vermieden werden kann. Der Ortsspeicher unterstützt die lokale Spannungshaltung, sodass zukünftige Netzausbaukosten minimiert und die Aufnahmefähigkeit des Verteilnetzes für erneuerbare Energien maximiert wird. Außerdem möchten die Projektpartner mit dem Ortsspeicher verschiedene Betriebs- und Vermarktungsweisen erproben, wie beispielsweise Spannungshaltung, Frequenzregelung, Blindleistungsmanagement und die Teilnahme am Regelenergiemarkt.

Vorteile von Vanadium-Redox-Flow

Als Standort für den Ortsspeicher wurde die Marktgemeinde Tussenhausen im Landkreis Unterallgäu aus 80 möglichen Orten ausgewählt. Zum einen speisen im Ortsnetz mehrere Photovoltaik-Anlagen Strom mit einer Leistung von maximal 560 Kilowatt ein. Zum anderen ist ein entsprechend großer Ortsnetztransformator vorhanden. Mit einer Leistung von 200 Kilowatt und einer Kapazität von 400 Kilowattstunden ist der Ortsspeicher der größte seiner Art. Dabei speichert die Batterie die elektrische Energie in Form von flüssigen Elektrolyten.

Eine Vanadium-Redox-Flow-Batterie bietet zahlreiche Vorteile: Sie verfügt über eine hohe Lebensdauer, hat nahezu unbegrenzte Ladezyklen und kann ohne Probleme komplett entladen werden. Die Batteriekapazität ist dank ihres modularen Aufbaus beliebig erweiterbar und muss außerdem kaum gewartet werden. Der Großspeicher ist besonders für den Einsatz als Quartierspeicher oder für Industrie und Gewerbe geeignet. So könnten in Zukunft beispielsweise Gemeinden, große Unternehmen, Gewerbekunden oder landwirtschaftliche Betriebe einen solchen Speicher nutzen, um ihren Eigenverbrauch zu erhöhen oder am Regelenergiemarkt teilzunehmen.

Gefördert durch die Bundesregierung aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages

Termine

29. November 2017
RENEXPO® PV & StromSpeicher

5. Dezember 2017
Intersolar India

24. Januar 2018
6. Batterieforum Deutschland

» Alle Termine

Geförderte Projekte

Projektsuche
» Alle Projekte