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News | 1.3.2016
Langzeitwärmespeicher

Erkundungsbohrung im tiefen Untergrund

Die Grafik zeigt die schematische Darstellung der Erkundungsbohrung unter der Technischen Universität Berlin am Campus Charlottenburg.
© Guido Blöcher (GFZ) / Google Earth

Gestern startete das Deutsche GeoForschungsZentrum GFZ mit einer

Forschungsbohrung auf dem Campus der Technischen Universität Berlin in

Charlottenburg. Die gewonnenen Daten sollen klären, ob Berlins

Untergrund sich als Wärme- und Kältespeicher eignet. Umfangreiche

Bohrlochmessungen und Tests im Labor begleiten die Untersuchung.

Poröse, wasserführende Gesteinsschichten, sogenannte Aquifere, bieten ein großes Potenzial für die jahreszeitliche Speicherung von Wärme oder Kälte. Im Sommer lässt sich Wärme in diesen tiefen Gesteinsschichten speichern, um sie dann im Winter zur Wärmeversorgung zu nutzen. Ernst Huenges, Leiter der Geothermie-Forschung am GFZ und Professor an der Technischen Universität Berlin: „Berlins Wärmeversorgung beruht derzeit fast vollständig auf fossilen Brennstoffen. Die saisonale Wärmespeicherung im Untergrund hat großes Potenzial, Metropolen wie Berlin mit heimischer Energie zu versorgen.“ Projektleiter Dr. Ali Saadat vom GFZ ergänzt: „Wenn wir an zukünftige Energieversorgungskonzepte für Quartiere, wie zum Beispiel den TU Campus Berlin denken, sind Aquiferspeicher unverzichtbar. Mit verlässlichen Nutzungskonzepten wollen wir zum Ausbau dieser umweltfreundlichen Technologie beitragen.“

Bisher gibt es nur wenige Daten aus dem tiefen Untergrund von Berlin. Die Ergebnisse der Bohrung und die begleitenden Untersuchungen im Feld und Labor werden das geologische Verständnis über den Aufbau des tieferen Untergrundes Berlins deutlich verbessern. Die Erkundungsbohrung wird als Vertikalbohrung bis in eine Tiefe von rund 530 Metern abgeteuft, also bis weit unterhalb der Trinkwasserschichten. Für die wissenschaftlichen Untersuchungen werden Gesteinsproben und bis zu 100 Meter Bohrkerne entnommen, die vor Ort und in den Speziallaboren des GFZ untersucht werden.

Saisonale Energiespeicherung in Aquiferen

Bei der Nutzung von Aquiferen zur Speicherung thermischer Energie wird die thermische Speicherfähgigkeit des Grundwassers sowie des wasserführenden Gesteins genutzt. Hierbei kann sowohl Wärme als auch Kälte gespeichert werden. Die Speicherkapazität eines Aquiferspeichers ist groß im Vergleich zu anderen thermischen Speichern, da eine große Speichermasse vorhanden ist. Aquiferspeicher werden aus diesem Grund meist als saisonale Speicher oder Langzeitspeicher eingesetzt.

Die Bohrung ist Teil eines gemeinsamen Forschungsprojektes des GFZ, der TU Berlin und der Universität der Künste Berlin. Darin wird das Wissen der Fachdisziplinen Energietechnik, Geochemie und Geologie, Architektur und Städtebau zusammengeführt, um saisonale Speicherkonzepte für die Wärmeversorgung von Stadtquartieren und Gebäudekomplexen zu entwickeln. Bereits seit 2000 versorgen saisonale Wärme- und Kältespeicher unterhalb des Platzes der Republik die Berliner Parlamentsbauten.

Weitere Informationen zum Forschungsvorhaben „AquiferCampus Berlin“ liefert die Projektvisitenkarte.

Gefördert durch die Bundesregierung aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages

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