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News | 12.9.2013
SmartRegion Pellworm

Intelligentes Stromnetz steigert Eigenverbrauch der Insel

Der Großspeicher steht direkt neben dem Solarpark auf Pellworm.
© Eon Hanse AG

Die nordfriesische Insel Pellworm ist seit Anfang den 1980er Jahren Schauplatz für die Energieforschung. 1983 entstand dort der größte Solarpark Europas. Mit Ergänzung von Windenergieanlagen entstand 1989 Europas größtes Hybridkraftwerk. Mit einem intelligenten Stromnetz kann die Insel nun mehr ihres selbst produzierten Stroms nutzen.

Mit rund 21 Gigawattstunden produziert die Insel Pellworm jährlich dreimal so viel Strom wie sie verbraucht. Trotzdem sind die 1.200 Einwohner von Stromlieferungen über zwei 20‐Kilovolt‐Seekabel vom Festlandnetz abhängig. Mit einer Kombination aus Windkraft-, Photovoltaik- und Biogasanlagen mit Großspeichern, Haushaltsspeichern und intelligenter Messtechnik kann die Insel nun nahezu Selbstversorger mit Strom werden.

Eon und die Schleswig-Holstein Netz AG errichteten ein Speichersystem und koppelten die Stromanschlüsse der Kunden über Datenverbindungen mit den Windkraft- und Photovoltaikanlagen auf der Insel. Wird bei Starkwind und Sonne zu viel Strom erzeugt, fließt dieser in das Großspeichersystem mit Lithium-Ionen- und Redox-Flow-Batterien sowie in dezentrale Haushaltsspeicher. Bei Windflaute und bedecktem Himmel nutzen die Bewohner den Strom aus diesen Batterien. Um die Energieflüsse besser steuern zu können, wurden regelbare Ortsnetz-Transformatoren, eine spezielle Leistungselektronik und ein Energiemanagementsystem in das Stromnetz integriert.

„Wir wollen Stromerzeugung und -verbrauch so koppeln, dass das Energiesystem besser genutzt wird und dadurch leistungsfähig sowie bezahlbar bleibt. Je erfolgreicher dieses Projekt ist, desto mehr Energie kann vor Ort verwertet werden und desto weniger abhängig ist man von großräumigen Energietransporten“, resümiert Matthias Boxberger, Vorstand der Schleswig-Holstein Netz AG, die Ziele des Forschungsprojektes „Smart Region Pellworm“. „Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland übersteigt das Angebot bei starkem Wind oder hoher Sonneneinstrahlung immer häufiger und in immer größerem Umfang den Strombedarf. Damit kommt das Stromnetz auch immer stärker an die Grenzen seiner Belastbarkeit“, sagt Eon-Vorstand Leonhard Birnbaum, „Wir müssen hier noch viele Erfahrungen sammeln und lernen. Die Smart Region Pellworm zeigt sehr anschaulich, wie vielversprechende Lösungen für das Energieversorgungssystem der Zukunft aussehen können.“

Insellösungen für private Verbraucher umsetzbar

Das Forschungsprojekt untersucht unter anderem, wie lange Stromtransporte und der dafür erforderliche Netzausbau reduziert werden können. Autarke Insellösungen eignen sich besonders für ländliche Siedlungsstrukturen in Norddeutschland, wie eine Studie des Umweltbundesamtes zeigt. Insbesondere der Strombedarf von Industrie und Gewerbe ließe sich in vielen Regionen so jedoch kaum decken. Als Schlüssel sieht die Untersuchung „Modellierung einer vollständig auf erneuerbaren Energien basierenden Stromerzeugung im Jahr 2050 in autarken, dezentralen Strukturen“ ein gut ausgebautes Stromnetz zum regionalen Ausgleich von Stromproduktion und Verbrauch.

Das Leuchtturmprojekt wird mit einem Investitionsvolumen von fast zehn Millionen Euro von einem Innovationsverbund aus Industrie und Wissenschaft durchgeführt. Die Bundesregierung trägt 4,1 Millionen Euro der Förderung.

Gefördert durch die Bundesregierung aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages

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