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News | 20.12.2017
Forschungsinitiative Energiespeicher auf dem Prüfstand

Wissenschaftler ziehen Bilanz

Einweihung des Batteriegroßspeichers M5BAT. Ein wesentliches Auswahlkriterium der Projektideen war die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft.
© Franz Meyer, forschung-energiespeicher.info
Abb. 2: Zuwendung, Eigenmittel und Drittmittel in Millionen Euro, die im Rahmen der Förderinitiative Energiespeicher je Speichertyp eingesetzt wurden.
© PtJ

Rund 184 Millionen Euro Fördermitteln steckte die Bundesregierung seit

April 2011 die Entwicklung verschiedener Speichertechnologien für die

Energiewende. Gut investiertes Geld, meinen Wissenschaftler des

Projektträgers Jülich, die die Ergebnisse der Förderinitiative

Energiespeicher unter die Lupe nahmen. Ihre Analyse mündet in einem

Ausblick auf zukünftig wichtige Forschungsfelder.

 

 

Im April 2011 startete die Bundesregierung die Initiative, um die für die Energiewende notwendigen Speichertechnologien voranzutreiben. Die Bundesministerien für Wirtschaft, Umwelt und Forschung wollten mit der gemeinsamen Forschungsförderung die Handlungsoptionen für flexiblere Stromnetze erweitern.

Das konventionelle Stromnetz, das als Einbahnstraße von Großkraftwerken zu den Verbrauchern konzipiert ist, wird zunehmend zu einer Autobahn mit vielen Auf- und Abfahrten. Immer mehr  dezentrale Stromerzeuger speisen aus erneuerbaren Energiequellen in das Netz ein. Ein wachsender Anteil der Stromerzeugung richtet sich nicht nach dem Bedarf, sondern nach dem Angebot von Wind und Sonne.

Stromspeicher könnten dabei helfen, das Stromangebot mit dem Stromverbrauch in Einklang zu bringen. Bisher haben jedoch erst wenige Speichertechnologien die notwendige technische Reife zu wettbewerbsfähigen Kosten erreicht. Mit der Förderung von 259 Projekten wurden Fortschritte bei einer großen Bandbreite an Speichertechnologien erreicht.

Was wurde erreicht

Die Förderinitiative Energiespeicher sollte den „technologischen Baukasten“ für die Energiewende um zusätzliche Optionen erweitern. Zentrale Ziele waren:

  • die Entwicklung von Energiespeichertechnologien beschleunigen,
  • das Verständnis der Rolle von Speichern im Energiesystem erhöhen,
  • die Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft verbessern,
  • das Verständnis der Grundlagen von Speichertechnologien erhöhen,
  • Hemmnisse für die Markteinführung überwinden.

Die Wissenschaftler des PtJ zogen bei den meisten Zielen eine positive Bilanz: Von der grundlagennahen Materialforschung bis hin zur anwendungsnahen Demonstration wurden alle relevanten Forschungsfelder durch die geförderten Projekte abgedeckt. Dies trifft für eine große Bandbreite an Speichertypen und Anwendungsfällen zu.

Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen haben intensiv an Möglichkeiten zur Kostenreduktion geforscht und dabei ihre Zusammenarbeit intensiviert. Zudem haben systemanalytische Studien bestehende Erkenntnisse zur Notwendigkeit sowie Wirtschaftlichkeit des Einsatzes von Speichern überprüft und ergänzt.

Allein das Ziel, internationale Forschungskooperation über die üblichen Aktivitäten hinaus zu verbessern, wurde nicht im erhoffen Maße erreicht.

Wie geht es weiter

Die systemanalytischen Untersuchungen der letzten Jahre deuten darauf hin, dass stationäre Stromspeicher erst dann in größerem Maßstab benötigt werden, wenn erneuerbare Energien den Strombedarf im Bereich von 80 Prozent decken. Doch sind solche Angaben mit hohen Unsicherheiten verbunden, stellen die Forscher fest. Der Speicherbedarf kann auch schon früher deutlich steigen – aber auch geringer ausfallen als angenommen.

Damit zukünftig kostengünstige technische Optionen zur Verfügung stehen, halten sie eine Forschungsförderung weiterhin für sinnvoll. Forschungs- und Entwicklungsbedarf bestehe auf allen Ebenen – von der Materialforschung über die Weiterentwicklung von Speichern und ihren Komponenten bis hin zu Demonstrationsprojekten. Ein wesentliches Ziel ist dabei die Kostenreduktion. Auch über die Förderinitiative Energiespeicher hinaus greifen BMWi und BMBF neue Speicherthemen auf und fördern die begonnenen technologischen Entwicklungen weiter.

Abschlussbericht als Download

Der öffentliche Abschlussbericht des Projektträgers Jülich "Erfolgskontrolle der Förderinitiative Energiespeicher" kann als PDF-Datei herunter geladen werden.

Gefördert durch die Bundesregierung aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages

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